Es gärt in den Bauerndörfern. Am Vorabend ging der gefürchtete Heerführer des Grafen, der Georg Truchseß von Waldburg, in ein jedes Dorf, um dort die Erhöhung der Abgaben zu verkünden. Für den geplanten Feldzug zur Vergrößerung der Grafschaft wurden außerdem alle Knaben ab dem 14. Lenz zur Armee eingezogen. In Allstedt fand eine Hochzeit statt, die ein vorzeitiges Ende fand. Nach altem Recht soll die Braut in der Hochzeitsnacht vor ihrem Ehemann zuerst dem Lehnsherrn gefügig sein.

Um das Joch der Unterdrückung abzuschütteln, wurde unter einem mutigen, jungen Bauern namens Joß Fritz ein Geheimbund, der sogenannte Bundschuh gegründet. In einer geheimen Sitzung beratschlagte das Bauernparlament mit Vertretern aus jedem Dorf über das weitere Vorgehen. Am Ende wurde beschlossen, sich am nächsten Morgen in Weinsberg mit anderen Bauern zu treffen, um ein politisches Manifest auszuarbeiten, das man der Obrigkeit in Verhandlungen vorlegen kann.

Gleichzeitig versucht der Adel, den aufkeimenden Widerstand im Keim zu ersticken. Die Strategie soll sein, die bäuerliche Abgabenlast weiter zu erhöhen, um ihnen überhaupt nicht die Zeit zu lassen, auf aufrührerische Ideen zu kommen.

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So kommt es, dass das ganze Lager auf den Beinen ist. Es wird Papier geschöpft, ein Drucknegativ aus Linoleum gepuzzelt & geschnitzt, Urkunden gedruckt und dann noch mit dem offiziellen Siegel der Grafschaft beglaubigt.

Bis zum Nachmittag wird sich zeigen, ob die Bauern mit ihrem Fleiß und dem unbändigen Willen nach Freiheit den Beginn einer neuen Gesellschaftsordnung einläuten werden, oder ob es der Obrigkeit gelingt, mit harter Hand die alte Ordnung zu restaurieren.

Aus Weinsberg berichtete

ronre